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(25. Juni – 3. Juli 2010)
Farsi
In München sind am 3. Juli die 10. Filmfestspiele zu Ende gegangen. Auf dem Programm standen auch verschiedene iransche Filme. Abbas Kiarostami, ein weltbekannter iranischer Filmemacher wurde in diesem Jahr für sein Lebenswerk mit dem CineMerit Award geehrt.
MHI nutzte alle Möglichkeiten während des Filmfestes, auf die bedrückende Lage im Iran und insbesondere der iranischen Künstler und Filmemacher wie z.B. Ja’far Panahi Mohammad Nourizad, Mohammad Ali Shirzadi aufmerksam zu machen. Vor und nach den Vorführungen iranischer Filme wurden Flugblätter mit Informationen dazu verteilt.
Bei der Preisverleihung an Abbas Kiarostami hatten Mitglieder von MHI die Möglichkeit, der zahlreich erschienenen Presse eine Pressemappe mit Hintergrundinformationen zur aktuellen Situation der Filmemacher im Iran auszuhändigen.
Im Anschluss an die Preisverleihung und der Vorführung seines neuen Filmes nutzten wir die Möglichkeit, dem Regisseur Fragen zu stellen. Herr Kiarostami antwortete auf die Frage eines Mitglieds von MHI , was er von den Plänen des Kultusministeriums halte, dass iranische Filmemacher auch für ihre im Ausland gedrehten Filme eine Erlaubnis im Iran einzuholen haben mit einem kurzen und klaren „Dazu haben Sie nicht die Macht“ (freie Übersetzung). Auch wenn später im Gespräch gebeten wurde keine Fragen zur Politik zu stellen wurde deutlich, dass alles, was den Iran betrifft, schnell an die Grenze des Politischen stößt: So kann der neue Film von Herrn Kiarostami aufgrund des Kleides von Juliette Binoche im Iran nicht gezeigt werden. Die Schauspielerin hatte sich in Cannes sehr für den zu der Zeit inhaftierten Filmemacher Jafar Panahi eingesetzt.
Auch bei der Vorführung anderer iranischer Filme nutzten Mitglieder von MHI die Gelegenheit, öffentlich auf die Situation der Filmemacher und SchauspielerInnen im Iran hinzuweisen. Im Anschluss an die Filmvorführungen gab es oft die Möglichkeit, mit den anwesenden Regisseuren ins Gespräch zu kommen und sie um ihre Meinung zu bitten, so z. B. nach der Vorführung des Filmes „Tehroun“ von Nader T. Homayoun. Auch er machte in seinen Antworten deutlich, wie eng die Grenzen für Filmemacher im Iran sind und wie sehr alle Beteiligten aufpassen müssen, nicht in die Mühlen des Überwachungsapparates zu geraten. Auch sein Film wird im Iran nicht zu sehen sein.
Es war auffallend, wie interessiert und engagiert die BesucherInnen auf die Mitglieder von MHI zugingen, um ein Flugblatt baten oder ein Gespräch begannen. Es wurde deutlich, dass es in München eine interessierte Öffentlichkeit gibt, die die Ereignisse im Iran kritisch verfolgt und die dortige Protestbewegung unterstützt.
Folgendes Flugblatt (Erklärung zum Filmfest in München) mit Informationen aus dem gerade veröffentlichten Bericht von Amnesty International zur Situation der Filmemacher im Iran wurde von MHI während der Filmefestspiele verteilt.
04.07.2010
München Hilft Iran
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(25. Juni bis 3. Juli 2010)
Farsi
Beim diesjährigen Filmfest in München werden diverse iranische Filme gezeigt und der iranische Regisseur Abbas Kiarostami geehrt. Seit den gefälschten Wahlen im vergangenen Jahr sind auch SchauspielerInnen, Regisseure und andere Filmschaffende massivst betroffen von Verfolgung, Unterdrückung und Verhaftungen. Im Juni 2010 ist der Bericht von Amnesty International zur Lage im Iran – ein Jahr nach den Wahlen erschienen.
Wir zitieren aus dem Bericht jeweils die Absätze zur Situation der Filmemacher im Iran. Der gesamte Bericht ist zu finden unter: http://www.amnesty.org/en/library/info/MDE13/062/2010/en
Alle Zitate aus:
Amnesty International report: From protest to prison, Iran one year after election, June 2010
“At times, the reality of the situation for prisoners in Iran has been on the lips of the world, such as the campaign for the release of renowned film director Ja’far Panahi which culminated in his empty chair on the jury for the Cannes Film Festival. However, his welcome release should not obscure the fact that hundreds of others remain held – for similar reasons – who have no one to speak so eloquently for them.”
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““Specific Iranian productions might not receive permission for a foreign premiere… One [filmmaker] was recently warned against any attempt to screen his movie at foreign festivals.”
Alireza Sajjadpur, Director of the Ministry of Culture and Islamic Guidance’s Supervision and Evaluation Office, April 2010[i]
Those involved in culture have not been immune from arrest or harassment, particularly when the authorities fear that the art will be used to present a dissenting voice to the world. Screenplays must be vetted by the Ministry of Culture and Islamic Guidance to receive a production licence and then a screening licence for both domestic and foreign showings. In May 2010, a Ministry of Culture official said that Iranians must also obtain permission before co-operating in foreign productions.[ii]
Celebrated movie director Ja’far Panahi was released on 25 May 2010 after almost three months in detention without charge or trial, after his plight was highlighted at the Cannes Film Festival. Mohammad Nourizad, a director as well as a journalist, was on hunger strike at the time of writing after he was beaten in prison. He was arrested in December 2009 and sentenced to three and a half years’ imprisonment and 50 lashes for “insulting the authorities” and “propaganda against the state” for articles published on his blog criticizing the Supreme Leader and the Head of the Judiciary. His sentence was upheld on appeal in late May, shortly after he described being pulled from his cell without warning and beaten – possibly in reprisal for a letter to the Supreme Leader which he wrote in April 2010, criticizing his treatment and imprisonment.[iii]
Mohammad Ali Shirzadi, a documentary filmmaker, was held without charge or trial at the time of writing. His arrest in December is believed to be linked to an interview he filmed between prominent human rights defender Emadeddin Baghi and Grand Ayatollah Montazeri. Since his arrest, Mohammad Ali Shirzadi has had around three family visits and no access to his lawyer.”
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“The family of film director Ja’far Panahi (see Chapter 2, Filmmakers and other artists) was not allowed to see him for over four weeks following his arrest on 1 March 2010, and when they did they found him “very pale, thin, and weak”. He was not permitted to see them again until after he went on hunger strike to protest against being beaten and threatened with the arrest of his family. His demands were to meet his family, have access to his lawyer and be freed pending trial. He was eventually freed on bail on 25 May.”
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““On Sunday morning, they took me to an interrogation room and accused me of filming the inside of my cell, which is absolutely false. They then threatened to arrest my entire family and transfer them to Evin Prison, and to send my daughter to an unsafe detention centre in Raja’i Shahr.”
Ja’far Panahi, in a letter from prison to Abbas Baktiari, director of the Pouya Cultural Centre, May 2010”
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“Ja’far Panahi’s wife described her husband’s situation in April 2010:
“In his old cell he had enough space to spend some time daily on exercising, but in his new cell with a cellmate this is no longer possible, as there is only space for two people to sleep in the cell and there is no room for moving around. Also, since he was arrested a month ago, he has not been allowed to go to the prison yard for fresh air.””
[i] “Iran won’t give certain films permission for foreign premieres: official”, Tehran Times, 7 April 2010, http://www.tehrantimes.com/index_View.asp?code=216757
[ii] “Culture Ministry warns Iranian cineastes about cooperation in foreign productions”, Tehran Times, 16 May 2010, http://www.tehrantimes.com/index_View.asp?code=219583
[iii] For the text of Mohammad Nourizad’s letter from prison, see http://www.kaleme.com/1389/02/01/klm-17120. An English translation may be read at http://www.sidewalklyrics.com/?p=6302
28.06.2010
München Hilft Iran
Farsi
Liebe Freunde, liebe freiheitsliebenden IranerInnen!
Nach den massiven Wahlfälschungen im Iran vor einem Jahr waren Unterdrückung und Gewalt an der Tagesordnung. Obwohl die Bedingungen unter denen die Wahlen am 22. Khordad 1389, (12. Juni 2009) stattfanden nur sehr eingeschränkt und unfrei waren hat die iranische Bevölkerung den reaktionären und despotischen Machthabern ein klares NEIN entgegengesetzt – und in dessen Folge den gewaltsamen Angriffen der herrschenden Regierung klug und besonnen Widerstand geleistet.
Ein Jahr der Unterdrückung, der Folterungen, der Vergewaltigungen, Hinrichtungen und Verhaftungen aber auch des Widerstandes seitens der Bevölkerung haben wir nun erlebt.
Der Widerstand der Bevölkerung wird unweigerlich eines Tages zur Freiheit führen – das ist eine historische Gewißheit.
MHI hat bis zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Textes auf informellem Weg die Ankündigung erhalten, dass „das Münchner Aktionsbündnisses für Iran“ auf der Grundlage und in Überzeugung von Demokratie, Freiheit, Unabhängigkeit sowie Trennung von Staat und Religion am 12. Juni 2010 in München eine Demonstration durchführt zur Unterstützung der Protestbewegung der Menschen im Iran“. (übersetzt aus dem persischen Text des Aufrufes)
„München hilft Iran“ hat von Anfang an auf einer entsprechenden Grundlage gearbeitet, die auch in unserem Selbstverständnis aufgeführt und auf unser Webseite veröffentlicht ist.
Darin heißt es:
- MHI unterstützt… die IranerInnen in ihrem Widerstand für Freiheit und Demokratie im Iran durch Aktionen und Aktivitäten,…
- Auf unseren Veranstaltungen tragen wir keine Fahnen oder Bilder, die einer bestimmten Gruppe zugerechnet werden können…
- Unsere Ziele: Frieden, Freiheit, Demokratie, Trennung von Staat und Religion, sowie Achtung der Menschen- und der Bürgerrechte im Iran
Von daher begrüßen wir die oben genannten Punkte vom Münchner Aktionsbündnis für Iran bei der Durchführung dieser Demonstration ebenso wie die Tatsache, dass die iranische Fahne nur in ihren 3 Farben ohne jegliches Symbol das einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden kann und nur mit dem einigenden „Iran“ in der Veröffentlichung des Aktionsbündnisses aufgeführt ist.
München, 9. Juni 2010
München Hilft Iran
Veröffentlicht (in Farsi) in: 1 2 3
Über Tausend Menschen haben innerhalb von 4 Stunden einen Brief an die Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel und an die kirchliche Leitung der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland unterschrieben und damit ihre Unterstützung für den Kampf für die Abschaffung der Todesstrafe und ihren Protest gegen die Hinrichtungen im Iran zum Ausdruck gebracht.
Als wir am Samstag 15. Mai unseren Infostand am S-Bahn-Ausgang Rosenheimer Platz vor dem Gasteig aufbauten mit den Bildern der vor kurzem Hingerichteten, den Transparenten „Stoppt die Hinrichtungen“ und unsere Unterschriftlisten auslegten waren wir nicht sicher, ob wir die Aufmerksamkeit der PassantInnen und Teilnehmenden der Veranstaltungen des Kirchentages im Gasteig auf uns ziehen und sie dazu bewegen können unseren Aufruf zu unterschreiben.
Es dauerte nur wenige Minuten, bis wir eines Besseres belehrt wurden. Nicht nur, dass die Menschen, die pünktlich zur Veranstaltung kommen wollten geduldig warteten, um ihre Unterschrift leisten zu können, bekamen wir auch viel Zustimmung und aufmunternde Worte für unsere Aktivität.
Während in der Philharmonie der Bundestagsabgeordnete der Grünen Omid Nooripour über die Notwendigkeit sprach, die iranische Regierung unter Druck zu setzen damit sie die Menschenrechte achtet, gab es an unserem Tisch spannende und interessante Gespräche mit Interessierten Männern, Frauen, MigrantInnen, jungen SchülerInnen und älteren KirchentagsbesucherInnen. Viele waren gekommen um am Ökumenischen Kirchentag teilzunehmen.
Viele diskutierten, ob diese Proteste erfolgreich sein können wenn doch die wirtschaftlichen Interessen sehr viel mächtiger sind und darauf abzielen den Iran als Handelspartner nicht zu vergrämen und die Milliardengeschäfte nicht zu verlieren. Von daher wären auch die politischen Interventionen seitens der Bundesregierung nur sehr lau in Hinblick auf die Menschenrechtsverletzungen in dem Land. Dennoch: Unterschrieben haben sie dann doch und wünschten uns viel Erfolg bei der Aktion.
Eine ältere Damen hatte zusammen mit anderen Den Iran im vergangenen Jahr vor den Wahlen am 12. Juni besucht und fragte mit Sorge, was man nun für dieses schöne Land und seinen Menschen tun kann. Ein anderer älterer Herr musste den Stift fest aufdrücken um gegen das Zittern seiner Hand anzugehen, so wütend machten ihn die Ereignisse im Iran und er meinte , dass es für dieses Land mit seiner Geschichte und seiner Kultur diese jetzige Regierung eine Schande sei. Er war nicht der einzige, der seinen Professorentitel vor seinen Namen setzte um der Petition Gewicht zu verleihen und zu zeigen, daß in allen gesellschaftlichen Gruppen der Bundesrepublik der Aufruf Unterstützung findet.
Trotz des für diese Jahreszeit viel zu kalten und regnerischen Wetters konnten wir innerhalb von 4 Stunden über 1000 Unterschriften sammeln – dank der großen Unterstützung der Menschen die vorbeikamen und uns ermutigten – eine Belohnung für die Kälte und die Müdigkeit, die uns immer wieder überfiel. Im folgenden Kurzfilm bekommen Sie einen Einblick in unsere Aktion am 15. Mai 2010 in München.
www.youtube.com
An die Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel,
In der Islamischen Republik Iran ist die Zahl der Hinrichtungen, vor allem von politischen Gefangenen seit Beginn des Jahres stark angestiegen. Zum ersten Mal wurden zwei Personen hingerichtet wegen Ihrer Teilnahme an den Protesten nach den Wahlfälschungen am 12. Juni 2009. Am 9. Mai 2010 wurden 5 politische Gefangene, darunter 4 Angehörige der unterdrückten kurdischen Minderheit, davon ein Lehrer sowie eine Frau aufgehängt.
Wie Sie wissen steht dieses Regime in Hinblick auf die Anzahl der Hinrichtungen weltweit an zweiter Stelle nach der Volksrepublik China, gemessen an seiner Einwohnerzahl nimmt die Islamische Republik sogar den ersten Platz weltweit ein.
Derzeit sind Tausende von Inhaftierten im Iran, darunter 3 000 Afghanen zum Tode verurteilt. Eine große Anzahl politischer Gefangener sind vom Tode bedroht, mindestens 17 Angehörige der kurdischen Minderheit sowie mindestens 8 Personen, die im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Wahlfälschungen im vergangenen Jahr verhaftet worden sind.
Mit unserer Unterschrift bitten wir Sie:
- Setzen Sie Sich bei der Regierung der Islamischen Republik Iran mit Nachdruck für einen Stopp der Hinrichtungen im Iran ein.
- Fordern Sie über die VertreterInnen der Bundesrepublik Deutschland in den relevanten Gremien der Vereinten Nationen die Ernennung eines Sonderberichterstatters für die Überprüfung der Menschenrechte im Iran.
An den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferez, Erzbischof Dr. Zollitsch
An den amtierenden Ratspräsidenten der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herrn Schneider
In der Islamischen Republik Iran ist die Zahl der Hinrichtungen, vor allem von politischen Gefangenen seit Beginn des Jahres stark angestiegen. Zum ersten Mal wurden zwei Inhaftierte hingerichtet wegen Ihrer Teilnahme an den Protesten nach den Wahlfälschungen am 12. Juni 2009. Am 9. Mai 2010 wurden 5 politische Gefangene, darunter 4 Angehörige der unterdrückten kurdischen Minderheit, davon ein Lehrer sowie eine Frau aufgehängt.
Wie Sie wissen steht dieses Regime in Hinblick auf die Anzahl der Hinrichtungen weltweit an zweiter Stelle nach der Volksrepublik China, gemessen an seiner Einwohnerzahl nimmt die Islamische Republik sogar den ersten Platz weltweit ein.
Derzeit sind Tausende von Inhaftierten im Iran, darunter 3 000 Afghanen zum Tode verurteilt. Eine große Anzahl politischer Gefangener sind vom Tode bedroht, mindestens 17 Angehörige der kurdischen Minderheit sowie mindestens 8 Personen, die im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Wahlfälschungen im vergangenen Jahr verhaftet wurden.
Gleichzeitig werden die Rechte der religiösen Minderheiten im Iran mit Füßen getreten. Die stärkste Unterdrückung erfahren die Angehörigen der nicht anerkannten Religionen wie die Mitglieder der Bahai-Religion, Angehörige verschiedener Derwischgruppen sowie Angehöriger mancher traditionellen islamischen Gruppierungen vor allem in der Provinz Balutschestan und teilweise in der Provinz Khusestan. Obwohl das Christentum in der Verfassung des Landes anerkannt wird gelten alle, die vom Islam zum Christentum übertreten als Abtrünnige, ihnen droht im Fall einer Verurteilung die Todesstrafe. Im November 2009 wurden die Akten der beiden Christinnen Maryam Rostampour und Marzieh Amirzadeh-Esmailabad mit dieser Anklage ans Gericht weitergeleitet.
Mit unserer Unterschrift bitten wir Sie:
Setzen Sie Sich mit Nachdruck bei der Regierung der Islamischen Republik Iran dafür ein, dass
- die Unterdrückung der religiösen Minderheiten beendet wird
- Die Gefangenen aus Gewissensgründen freigelassen werden
- Die Todesstrafe abgeschafft wird
Bericht (in Farsi) veröffentlicht in: 1 2 3 4 5
Video: 
Schon wieder wurden im Iran 5 politische Gefangene hingerichtet. Selbst die Gesetze des Landes wurden dabei nicht beachtet: Drei Urteile waren noch nicht durch die oberste Instanz bestätigt wurden, vorgebrachte Anklagepunkte tauchten erst nach Verhängung des Todesurteils in deren Akten auf.
Bereits am 28. Januar 2010, wurden 2 politische Gefangene im Iran hingerichtet. Dies war das erste Mal, dass die Todesstrafe in Zusammenhang mit den Protesten gegen die Wahlfälschungen verhängt und ausgeführt wurde. Dabei waren die beiden Monate vor den Protesten von Millionen Iraner gegen die Wahlfälschung von Juni 2009 verhaftet worden. Es hat immer geheißen, die beiden wurden massiv gefoltert, um Geständnisse zu erzwingen.
Die Verhängung und der Vollzug der Todesstrafe gehören mit zu den grausamsten Verletzungen der Menschenrechte: Das Recht auf Leben wird mit Füßen getreten. Die Islamische Republik Iran steht weltweit an erster Stelle, was das Verhältnis der Hinrichtungen zur Einwohnerzahl anbelangt. Laut Angaben von Amnesty International betrug im Jahr 2009 die Zahl der Hingerichteten 388. Einen gleichen unrühmlichen Platz nimmt das Regime ein bei der Anzahl der ermordeten Minderjährigen.
Das despotische Regime im Iran missachtet Rechte und Freiheiten der Iraner und sieht ihre wichtigste Aufgabe darin, mit Hilfe der bezahlten Paramilitärs und Teile des Militärs, Terror und Schrecken zu verbreiten und damit die Menschen zwingen, sein Islam zu achten und zu gehorchen. Das Regime unterdrückt Frauen, junge Menschen, religiöse und ethnische Minderheiten und fast alle gesellschaftlichen Gruppen wie Lehrerinnen und Lehrer, Arbeiter und Studenten. Die Unzufriedenheit der Iraner wächst ständig: Die Wirtschaft ist ruiniert, Arbeitslosigkeit und Inflation drückt ständig auf die Stimmung der Menschen, Iran ist in der Region und der Welt politisch isoliert und die Gefahr von weiteren wirtschaftlichen Sanktionen sowie die Gefahr eines Krieges mit unabsehbaren Folgen für das Land, bedroht seit langem den Frieden und das Land.
Viele inhaftierte politische Gefangene sind in großer Gefahr, hingerichtet zu werden, darunter mindestens 9 in Teheran und mindestens 20 Angehörige der kurdischen Minderheit. Daneben sind Tausende anderer Gefangene vom Tode bedroht, so wurden bereits 3000 Afghanen zum Tode verurteilt. Es ist zu befürchten, dass kurz vor dem ersten Jahrestag der gefälschten Wahlen die Repressionen und Hinrichtungen im Land weiter zunehmen werden. Dadurch sollen die IranerInnen eingeschüchtert werden um sie davon abzuhalten, auf den Straßen erneut Ihren Protest kund zu tun.
Wir rufen alle freiheitsliebenden Menschen, sowie politische und Menschenrechts-Organisationen dazu auf sich für den Stopp der Hinrichtungen im Iran einzusetzen und die Iraner in ihrem Kampf für Frieden, Freiheit und Demokratie in ihrem Land zu unterstützen.
15.05.2010
Farsi
Das ditatorische Regime der Islamischen Republik Iran unter der Führerschaft von Ayatollah Khamenei hat erneut seine Hände mit dem Blut inhaftierter und gehängter politischer Gefangener getränkt. Seine Gerichtsbarkeit hat unter Missachtung aller Mindeststandards unabhängiger Gerichte erneut 5 Gefangene zum Tode verurteilt, die bereits seit Jahren aus politischen Gründen inhaftiert und immer wieder der Folter ausgesetzt waren. Diese Urteile wurden seitens der Sicherheitskräften des Regimes vollzogen. Das Regime behandelt politische Gefangene wie Geisel, die jederzeit geopfert werden können. Indem diese menschenfeindliche Strafe abgeschafft wird kann diesem Regime dieses Druckmittel genommen werden.
Am Samstag, 15.Mai 2010 wird im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages in München im Gasteig/Philharmonie von 11.00 –12.30 Uhr eine Veranstaltung zum Thema Iran durchgeführt, an der unter anderem Frau Golineh Atai (Journalistin) und Herr Omid Nouripour (Mitglied des Bundestages) auf dem Podium sein werden. Musikalisch wird es begleitet von Frau Neda Mohagheghi. Wir laden alle ein, an der Veranstaltung teil zu nehmen (Tageskarte notwendig).
Wir unterstützen die Proteste der Freiheitsbewegung im Iran und sind solidarisch mit den Protestierenden, vor allem auch der KurdInnen. Wir protestieren gegen die Hinrichtungen im Land, fordern deren Beendigung und setzen uns ein für die Aufhebung der Todesstrafe. Dazu wollen wir zusammen kommen und unseren Forderungen Nachdruck verschaffen.
Unter dem Motto „ Stoppt die Hinrichtungen“ und „ keine Todesstrafe im Iran“ treffen wir uns bei dem Informationsstand am Samstag, 15. Mai 2010, zwischen 10.00 – 17.00 Uhr gegenüber vom Gasteig in der Rosenheimer Straße 5, München und laden alle dazu ein.
14.05.2010
München Hilft Iran
Veröffentlicht in: 1 2 3 4

Mit unserer Teilnahme an der Demonstration der Gewerkschaft zum 1. Mai protestieren wir gegen die Unterdrückung und Folter von ArbeiterInnen durch das Regime der Islamischen Republik Iran und setzen uns ein für die Freiheit aller ArbeiterInnen und deren Gewerkschaftsführer im Iran, wie z.B. Mansur Ossaloo und Ebrahim Maddadi, Gewerkschaftsführer der Teheraner Autobusgewerkschaft sowie Ali Nejati und Fereydun Nikufard, Gewerkschaftsführer der Haft Tapeh Zuckerrohrgewerkschaft.
Mansur Ossaloo wurde wegen seiner Eintretens für die Rechte der ArbeiterInnen vom iranischen Sicherheitsdienst mehrfach verhaftet und verbrachte immer wieder Monate in Einzelhaft. Seit 2007 befindet er sich deswegen im Gefängnis und verbüßt eine 5-jährige Haftstrafe. Trotz seiner sehr schlechten Haftbedingungen, Angriffen, denen er im Gefängnis schutzlos ausgeliefert ist und seines schlechten Gesundheitszustandes setzt er sich weiterhin dafür ein, das Recht der ArbeiterInnen auf unabhängige und staatlich nicht kontrollierte Gewerkschaften gesetzlich zu verankern.
Weitere führende Personen der freien Arbeiterbewegung und Gewerkschaften im Iran werden ebenfalls immer wieder verfolgt und zu Haftstrafen, teilweise auf Bewährung, verurteilt. Auch deren Strafverteidiger werden nicht verschont: so wurde z. B. Mohammad Ouliyaifar, Strafverteidiger der Gewerkschaftsführer der Autobusgewerkschaft sowie der Haft Tapeh Zuckerrohrgewerkschaft zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Das Regime der Islamischen Republik Iran versucht, damit die Arbeiterbewegung einzuschüchtern und zu verhindern, dass es im Land zur Bildung von unabhängigen und starken Gewerkschaften kommt. Die Grundrechte der Arbeitenden werden negiert und mit Füßen getreten. Gesetzlich sind nur islamische Vereinigungen erlaubt, deren Mitglieder einer anerkannten Religionsgemeinschaft angehören und die geistliche Führerschaft anerkennen müssen. Sie sind staatlich kontrolliert, können jederzeit aufgelöst werden und vertreten nicht die Interessen der ArbeiterInnen.
Seit einigen Jahren formiert sich der Widerstand im Land. In einer Veröffentlichung der Arbeiterbewegung heisst es: Sind denn unsere Forderungen verwerflich und eine Gefahr für die Sicherheit der Gesellschaft ?
Wir fordern nur die Verwirklichung unserer politischen und demokratischen Rechte!
- das Recht auf Gründung freier und unabhängiger Gewerkschaften
- Anhebung und Sicherung eines Mindestlohnes, um ein menschenwürdiges Leben führen zu können
- Streikrecht
- Recht auf soziale Sicherung und Versicherungsschutz für alle
- sofortige Auszahlung der ausstehenden Löhne der ArbeiterInnen
- vollkommene Gleichstellung zwischen Männern und Frauen auf allen gesellschaftlichen Ebenen
- Schutz der Rechte der Migrantinnen im Iran
- Freilassung aller politischen Gefangenen
- Meinungsfreiheit
- Versammlungsfreiheit
- das Recht und die Freiheit, Vereinigungen und Parteien zu bilden
- Demonstrationsrecht
- Pressefreiheit
In Unterstützung der Arbeiterbewegung im Iran darf es keine direkte oder indirekte Hilfe für das Regime der Islamischen Republik geben, damit sie ihre Unterdrückungsmaßnahmen durchführen können. So steht z.B. Siemens Nokia im Kreuzfeuer der Kritik, weil der Verdacht besteht, dass mit deren Hilfe die Überwachung von Internet und Mobilfunk in der Islamischen Republik möglich wurde. Eine andere Form der direkten und indirekten Hilfe sind Ausstattung der Sicherheitskräfte im Land. Wir rufen alle demokratischen Kräfte dazu auf, sehr sorgfältig zu prüfen, inwieweit ihre Arbeitskraft dazu ge- und benutzt wird, dort Terror und Unterdrückung zu ermöglichen. Wir rufen die Gewerkschaften dazu auf, dagegen zu protestieren und sich zu solidarisieren mit der unabhängigen Arbeiterbewegung in der Islamischen Republik Iran.
01.05.2010
München Hilft Iran
Farsi
München Hilft Iran ruft auf zur Teilnahme an der Demonstration am 1. Mai
Mit unserer Teilnahme an der Demonstration am 1. Mai protestieren wir gegen die Unterdrückung und Folter von ArbeiterInnen durch das Regime der Islamischen Republik Iran und setzen uns ein für die Freiheit aller Arbeitenden und deren Gewerkschaftsführer im Iran, wie z.B. Mansur Ossaloo und Ebrahim Maddadi, Gewerkschaftsführer der Teheraner Autobusgewerkschaft sowie Ali Nejati und Fereydun Nikufard, Gewerkschaftsführer der Hafttape-Zuckerrohr Gewerkschaft.
Wir verteidigen die Grundrechte der ArbeiterInnen im Iran und fordern
das Recht auf Gründung freier und unabhängiger Gewerkschaften,
Anhebung und Sicherung eines Mindestlohnes um ein menschenwürdiges Leben führen zu können,
Streikrecht,
Recht auf soziale Sicherung und Versicherungsschutz für alle,
Sofortige Auszahlung der ausstehenden Löhne der ArbeiterInnen,
vollkommene Gleichstellung zwischen Männern und Frauen auf allen gesellschaftlichen Ebenen wie z.B. im Arbeitsleben,
Schutz der Rechte der Migrantinnen im Iran
Freiheit für alle politischen Gefangenen
Meinungsfreiheit,
Versammlungsfreiheit,
das Recht und die Freiheit Vereinigungen und Parteien zu bilden,
Demonstrationsrecht,
Pressefreiheit
Nehmt alle teil an der Demonstration am 1. Mai in München, zu der die Gewerkschaft aufgerufen hat.
Wir treffen uns am Samstag, 1. Mai morgens um 9.45 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus in der Schwanthalerstraße 64 und gehen geschlossen mit dem Demonstrationszug zum Marienplatz
München Hilft Iran
Veröffentlicht in: 1 2 3 4 5
Video: Teilnahme an Kundgebung erster Mai 2010 in München 
Sehr geehrte Frau Degenhart,
am 25. März soll in Ihren Räumen ein Fest stattfinden, das vom Konsulat der Islamischen Republik Iran aus Anlass des iranischen Neujahrfestes veranstaltet wird.
In den vergangenen Monaten wurde deutlich, dass die demokratische iranische Bevölkerung in München es nicht wortlos akzeptieren wird, wenn Vertretern der Islamischen Republik Iran Raum zur Verfügung gestellt wird, in denen sie sich feiern lassen können.
Während das Hilton City Hotel nach massiven öffentlichen Protesten den Vertrag mit dem Konsulat noch rechtzeitig kündigen konnte, entschuldigte sich Frau Volkhardt vom Bayerischen Hof und spendete den Erlös der Veranstaltung in ihrem Haus einer Menschenrechtsorganisation zur Unterstützung der Familien politischer Gefangener im Iran.
Wie uns am Telefon mitgeteilt wurde, sind sie über diese Vorgänge informiert. Ebenso wissen Sie sicherlich um den Terror, den das Regime im Iran veranstaltet. In dem die demokratische Bewegung brutal niedergeknüppelt wird, Protestierende zu Tode kommen und Tausende ins Gefängnis geworfen wurden. Die meisten Gefangenen wurden gefoltert. Viele von ihnen wurden vergewaltigt und unter Folter getötet. Hunderte sind aus Angst um ihr Leben aus dem Iran geflüchtet.
Iran ist das Land mit den meisten Todesurteilen pro Einwohner. Rechte und Freiheiten werden im Iran mit Füßen getreten. Es gibt keine Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungs-freiheit und die Freiheit, Vereinigungen zu bilden.
Ihnen ist sicherlich auch bekannt, dass vom iranischen Regime der Holocaust offiziell und ungeschminkt relativiert bzw. geleugnet wird.
Und dennoch stellen Sie Ihre Räume dem Konsulat für seine Propagandafeier zur Verfügung.
Selbstverständlich liegt es in Ihrer freien unternehmerischen Entscheidung, ob Sie Mitgliedern dieses Regimes Raum bieten. Haben Sie aber daran gedacht, welche negative Wirkung es auch auf Ihre Gäste haben wird, wenn Ihr Haus im Zusammenhang mit den Greueltaten im Iran genannt wird?
Bitte unterstützen Sie die demokratische Bewegung im Iran und distanzieren Sie Sich entschieden von denen, die für all das Leid im Land verantwortlich sind.
Mit freundlichen Grüßen
Das Team von MHI
Schnell auf Konsulatsfest im Holiday Inn in München reagieren
in Farsi
Liebe Freunde,
erfolgreich konnten wir gemeinsam das Fest des Konsulat der Islamischen Republik im Hilton City Hotel verhindern,
im Hotel Bayerischer Hof mussten sich die VertreterInnen der Islamischen Republik durch den Hintereingang reinschleichen, während der Protest auf der Straße deutlich zu hören war und einiges in Bewegung gesetzt hat
Doch sie lassen nicht locker: Nun laden Sie ein zu einem Fest am 25. März im Hotel Holiday Inn in der Effnerstraße 99 in München, während im Iran die Unterdrückung und das Morden weitergehen.
Unser Protest geht auch weiter.
Bitte wieder sofort aktiv werden, anrufen, mailen und allen weitersagen !!!!!!!! Es nutzt !!!!
Hoteldirektion: Frau Degenhart
Telefon: 089 – 927 98 – 0 (Zentrale)
Mail: Daniela.Degenhart@queensgruppe.de
Ansprechperson im Hotel Holiday Inn für das Bankett ist Herr Paulus.
Telefon: 089 – 927 98 803 oder 089 – 27 98 413
e-mail: Joerg,Paulus@queensgruppe.de
Zur Information: Eine Demonstration zu der eine andere iranische Gruppe aufgerufen hat, findet am 25.März vor dem Hotel Holiday Inn, Effnerstraße 99 ab 19.00 Uhr statt.
das MHI – Team
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